Als im Juni 1949 George Orwells Roman 1984 erschien lag die Handlung weit in der Zukunft. Science Fiction, sozusagen.
Jetzt ist 1984 über 40 Jahre her, jetzt heisst das Vintage.
So sehen die beiden aber garnicht aus, denn die Vorbesitzer haben sehr gut Acht gegeben auf die
1984 Fender Bowling Ball Stratocaster und den
1984 Fender Princeton Reverb II aus der Super Pro Series.
Die Strat hab ich erst kürzlich erworben. Die 2nd Version Standard Strats stammen aus der Dan Smith Ära und wurden von 1983 bis 1985 genaut.
Das zweite Tone Poti ist damals genauso dem Rotstift zum Opfer gefallen wie das Schiffchen für die Buchse. Und auch das neue Freeflyte Tremolo wurde nicht deswegen verbaut, weil es viel besser ist, sondern weil man sich die Fräsung durch den Body gespart hat.
Dieses auch Marble Strat genannte Modell wurde ausser Haus bei Darren Johansen lackiert, der das System entwickelt und Fender angeboten hatte.
250 Stück wurden hergestellt: 108 mit rot-schwarzer Lackierung, 105 in blau-schwarz-gelb und nur 37 mit diesem gold-silber-weißen Lack. Also schon eine echte Rarität.
Mein Exemplar befindet sich in einem excellenten Zustand, kaum ein Kratzerchen und alles original. Soundmäßig ist sie nicht von ihren normal lackierten Schwestern zu unterscheiden. Solider Strat-Sound, schön perlig und spritzig, könnte man sich dran gewöhnen 😉
Der abgebildete Princeton Reverb II ist nicht ganz so selten, denn es wurden immerhin 100 Exemplare gefertigt. Paul Rivera, der seit Anfang der Achziger Jahre für das Design der Fender Amps zuständig war, hat wohl am Management vorbei diese Super Pro Serie ins Leben gerufen. Es gab drei Modelle: Den Super Champ, den Concert und den Princeton Reverb II, jeweils 100 Stück.
Der Aufwand war riesig, denn es wurden jede Menge Spezialteile angefertigt: braune Frontplatten, braune Knöpfe, brauner Ledergriff und natürlich die Gehäuse aus massiver Eiche. Dazu einen Electro Voice EVM12L Speaker so wie er auch in den Boogies verwendet wurde. Und auch das Gewicht war dadurch in der Range eines Mesa Boogie.
Dieses Exemplar habe ich vor vielen Jahren vom mittlerweile verstorbenen Fender Vertriebsleiter Helmut Koester erworben, der den Verstärker in seiner Sammlung hatte. Da er eigentlich gar kein Gitarrist war wurde der Verstärker quasi nicht gespielt. Das Fußschalterkabel ist noch aufgerollt und mit dem originalen Band verknotet.
Und der mitgelieferte Stromlaufplan ist genauso dabei wie das Manual und das goldene Amp Cover! Da geht dem geneigten Sammler doch das Herz auf! Und dazu noch dieser Zustand, ich möchte behaupten da gibt es keinen zweiten auf der Welt.
Die beiden sind aus meiner Sammlung und wie so oft leider unverkäuflich.