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Es gibt sie, diese Tage, da hast Du die Sonnenseite gebucht, da läuft es einfach, da springt es dich an, da kannst Du es nicht fassen.
So ein Tag war, als ein befreundeter Sammler einen Verstärker zur Inspektion in die Lounge brachte, den er gerade aus USA geschickt bekommen hatte.

Ich war freudig erregt, als ich einen Marshall 4×10 Bluesbraker der ersten Serie sah, Modell 1961, Pinstripe Front, toller Zustand.
Als er mir dann die Geschichte zu diesem Amp erzählt hat bin ich fast aus den Latschen gekippt: Der Amp gehörte der Band Fleetwood Mack in der Zeit, als Peter Green dort Gitarre spielte! Ein Dokument erklärt, wie der Verstärker Ende der Sechziger im Studio stehenblieb, wohl weil ein paar Rechnungen nicht bezahlt waren.
Danach ging der Amp durch mehrere Studios in aller Welt wo ihn unter anderem Bob Marley, The Pretty Things (mit David Gilmour), Arthur Brown, Eddy Grant und Henry Padovani (Gründungsmitglied von The Police) für zahlreiche Aufnahmen verwendeten.

 

 

Die folgende Inspektion brachte erstaunliches zu Tage. Obwohl der Verstärker wirklich viel benutzt wurde ist er fast komplett im Originalzustand. Die vier Celestion 7442 Speaker sind alle in Top Zustand, alle Trafos sind in Ordnung und bis auf einen Schalter konnte ich keine ausgetauschten Bauteile finden.

Ein nachgerüsteter 1 Kiloohm Schirmgitterwiderstand zeugt von einem weisen Servicetechniker, der um den Stress der Endstufenröhren wusste, wenn die Schirmgitterspannung zu hoch ist.
Beim Service fiel ein defekter Elko in der Biasspannungserzeugung negativ auf, den mussten wir ersetzen. Die anderen Elkos sind noch fit und weisen Datumscodes aus der 18. und 21. Woche 1966 auf.
Die Mustard Koppelkondensatoren datieren auf das 1. Quartal 1964.
Wir gehen davon aus, dass der Amp im 3. Quartal 1966 gebaut wurde, damit war er einer der allerletzten Bluesbreaker der 1. Serie mit dem dicken Rand.

 

 

Da ein paar Tage zuvor Peter Green verstorben war, hab ich beim Stephan von der Guitar Redaktion angerufen und gefragt, ob sie da nicht ne Story machen wollen, aus gegebenem Anlass. Der war sofort begeistert und ein paar Tage später waren die Jungs hier in der Lounge und dieses Interview entstand.

Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen, den Plexi mit seinem Urahn zu vergleichen, einem 58er Fender Bassman.

Verblüffend, wie ähnlich sie sich sind. Wo ein JTM45 mit einer 4×12″ Box schon richtig nach Marshall klingt, ist dieser Combo mit den vier Zehnzöllern viel näher am Fender Sound.

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