Eine Hitze ist das, fast wie in Kalifornien. Daher kommen auch die beiden Brownface Fenders, ein Vibrolux Amp von 1962 und ein Reverb Unit von 1963.
Die Gibson Es 330 TDC kommt dagegen aus dem kühlen Norden, Kalamazoo liegt in Michigan auf halbem Weg zwischen Detroit und Chicago.
Gibson hat die ES330 1959 als günstigere Variante der legendären ES335 ins Programm genommen, gleichzeitig mit den Topmodellen ES345 und ES355. Es gab sie als ES330T mit einem P90 und als TD mit zwei P90.
Im Gegensatz zur 335 hat die 330 keinen Sustainblock und folgt mit ihrer Konstruktion eher der 350T oder der 225.
Bis 1967 wurde die 330 mit einem kürzeren Hals gebaut, der Korpusübergang liegt am 16. Bund. Das macht das Solieren in den Oberen Lagen etwas schwierig. Seit Ende 1967 liegt er am 19. Bund wie bei der 335.
Als die Verkaufszahlen zurück gingen wurde das Modell 1972 eingestellt.
Folglich hat diese 68er schon den langen Hals und natürlich die Chromabdeckungen auf den Pickups, die schon 1962 eingeführt wurden. Die hohle Konstruktion führt zu einer leichten Gitarre, die Lady wiegt gerade mal 2836 Gramm.
Sie musste ein paar Modifikationen über sich ergehen lassen. Es war mal ein Bigsby montiert, jetzt ist wieder das originale Trapez-Tailpiece drauf. Die Nylon Saitenreiter wurden gegen welche aus Metall ersetzt und statt der originalen Witch-Hat Knöpfe ist die frühere Version mit den silbernen Einlagen montiert.
Ansonsten ist die Gitarre original, in bemerkenswertem Zustand und erfreut sich bester Gesundheit.
Bemerkenswert ist auch der Zustand vom Brownface Fender Vibrolux. Erst dachten wir das Tolex sei original, aber tatsächlich hat ihn jemand meisterhaft neu bezogen. Zudem wurde der Netztrafo durch ein 230V-Exemplar ersetzt um sich den lästigen Vorschalttrafo zu sparen.
Der Vibrolux war der einzige Verstärker in der Fender Produktpalette in den 60er Jahren mit 6L6 Endstufenröhren nur einem 12“ Lautsprecher. Und genau das war sein Problem: Dieser Oxford 12L6N war für Verstärker bis 20Watt empfohlen, Peak-Leistung 30Watt. Nur wenige haben überlebt.
Mark Knopfler hat mit einem braunen Vibrolux Sultans Of Swing eingespielt. Allerdings war der originale Speaker schon dem Leistungsexzess anheimgefallen und ein Fane Speaker montiert.
Da der On-Board Reverb bei Fender erst 1963 mit dem Vibroverb Amp Einzug hielt musste man bis dahin mit einem Externen Gerät arbeiten, dem Fender Reverb Unit.
Ohne diese Geräte hätte es vermutlich keinen Surf-Sound gegeben und Dick Dale hätte Country spielen müssen.
Das Teil wurde einfach vor den Verstärker geschaltet (der Einschleifweg wurde erst eine Dekade später erfunden) und schon öffneten sich völlig neue Klangwelten.
Mittels des Dwell-Reglers konnte die Ansteuerung der Hallspirale kontrolliert werden, der Mix Regler steuert den Anteil den Hallsignals im Sound und mit dem Tone-Regler wurde der Höhenanteil vom Reverb-Signal eingestellt. Mittels eines kleinen braunen Fußschalters kann der Hallanteil abgeschaltet werden.
Zusammen ist das mal wieder eine Traum-Kombination, mehr Vintage Sound geht nicht.
Und das Beste: Man kann sie alle drei in der Lounge antesten und käuflich erwerben:
1968 Gibson – ES-330 TDC – Long Neck – ID 6014
1962 Fender – Vibrolux brownface – ID 6015
1963 Fender – Reverb Unit brown 6G15 – ID 6016










